Schleppender Beginn, durchwachsener Mittelteil, fulminantes Ende (für das sich das Weiterlesen lohnt!)
Zugegeben, als ich das Buch kaufte, hatte ich mich vorher in keinster Weise mit dem Inhalt beschäftigt, der da auf mich zukommen würde ' noch nicht mal den Klappentext hatte ich gelesen. Meine Beweggründe waren schiere Neugier und Experimentierfreude. Neugier deshalb, weil ich gespannt darauf war, was J.K. Rowling wohl nach den Harry-Potter-Romanen literarisch leisten würde und Experimentierfreude, weil ich schon lange keinen Nicht-Fantasy-Roman mehr gelesen hatte und gespannt auf Rowlings 'Erwachsenen-Geschichte' war. Zudem versprach das Buch mit 576 Seiten ein langes Lesevergnügen und so kaufte ich zum ersten Mal blind ein Buch.
Das Buch beginnt mit dem unglücklichen Tod des Gemeinderatsmitglieds Barry Fairbrother. Noch bevor der arme Kerl ganz unter der Erde ist, entbrennt in dem fiktiven Dorf Pagford ein erbitterter kalter Krieg um den nun freigewordenen Sitz im Gemeinderat. Der Konflikt schaukelt sich langsam hoch und schon bald geht es um mehr als nur um den vakanten Posten'...
Schon auf den ersten Seiten wird klar: dieses Buch, der Stil, das Thema ' nichts davon hat auch nur entfernte Ähnlichkeit mit dem Zauber von Harry Potter. Und das liegt nicht (nur) an der Abwesenheit von Magie und dem tristen Setting der Handlung. Die Sprache ist direkt, teilweise obszön und vulgär. Für jemanden wie mich, der nicht darauf vorbereitet war, ist das ein schwungvoller Sprung ins kalte Wasser. Die gewöhnungsbedürftige Sprache mag vielleicht dazu beigetragen haben, dass ich nach ca. 100 gelesenen Seiten bei jedem Umblättern teilweise angewidert darüber nachdachte, das Buch wegzulegen und nicht mehr weiter zu lesen. (Bereits an dieser Stelle sei gesagt: es lohnt sich dennoch!)
Es lassen sich gerade auf den ersten 200 Seiten genügend andere Gründe für den eher schleppenden und langwierigen Beginn der Geschichte finden:
J.K. …








